Der Fränkische Tag berichtete am 18.11.2020:

 

Begrüßung

 

Johannes-Peter Müller steuert

 

das Pressiger "Schulschiff"

 

durch stürmische Zeiten

Den neuen Rektor der Grund- und Mittelschule Pressig, Johannes-Peter Müller, hießen die Vorsitzenden der Verbandsschule, Bürgermeister Rainer Detsch (Stockheim) und Bürgermeister Stefan Heinlein (Pressig) willkommen. Foto: K.- H. Hofmann

 

Während der Corona-Pandemie läuft alles anders. So konnten die beiden Vorsitzenden der Verbandsschule Pressig, Bürgermeister Stefan Heinlein (Pressig) und Bürgermeister Rainer Detsch (Stockheim), erst jetzt den neuen Schulleiter der Grund- und Mittelschule Pressig Johannes-Peter Müller offiziell begrüßen und ihm viel Erfolg in seiner verantwortungsvollen Aufgabe wünschen.

 

Eigentlich war die Begrüßung mit einer kleinen Feier geplant, an der Ehrengäste und Schüler hätten teilnehmen sollen, aber Corona wirft heuer alle Planungen durcheinander, bedauerten die beiden Bürgermeister. Beide möchten nun, nach den ersten 50 Tagen, dem Rektor das Arbeitszimmer bereichern. Heinlein schenkte ein Bild mit "Blick ins schöne Haßlachtal" und Detsch überreichte den "Bergmann Max", der auch in der Schule an die Tradition des Bergbaus in Stockheim erinnern soll. Der Stockheimer Bürgermeister sah im Schulleiter die wichtigste Person an der Schule, neben Hausmeister und Sekretärin.

 

Konrektor Thomas Müller bestätigte die gute Zusammenarbeit mit seinem Rektor. Beide kannten sich schon aus der elfjährigen Tätigkeit von Johannes-Peter Müller, bevor dieser nach Küps wechselte. Der neue Rektor sei angenehm, souverän und verlässlich, so der Konrektor. Rektor Johannes-Peter Müller informierte im anschließenden Gespräch über wichtige Eckdaten der Grund- und Mittelschule, über Strukturen im Lehrbereich sowie Zukunftsgedanken.

 

An der Grund- und Mittelschule Pressig werden aktuell 141 Grundschüler aus allen Gemeindeteilen des Marktes Pressig sowie 214 Mittelschüler unterrichtet. Ihr Einzugsgebiet erstreckt sich von Lauenstein bis Burggrub und von Tschirn bis Tettau, informierte Rektor Müller. Dies weckte gleich das Interesse am Schülerbusverkehr. "Das neue Mobilitätskonzept des Landkreises Kronach war für die Schule Pressig aufgrund des großen Schulsprengels eine gewaltige Herausforderung und Aufgabe, die jedoch relativ gut gemeistert werden konnte, aber auch noch Nachbesserungen bedarf", so der Schulleiter. Die coronabedingte Situation ist eine weitere große Herausforderung und erfordert von allen Beteiligten ein hohes Maß an Flexibilität. Die Schüler tragen diszipliniert ihre Nasen-Mund-Schutzmasken und halten sich an das Hygieneschutzkonzept während des Unterrichts wie in den Pausen. "Doch eine Unsicherheit besteht beim Nachhauseweg mit den Schulbussen", runzelt Müller bedenklich die Stirn.

 

355 Schüler aus 16 Ländern

Von den momentan 355 Schülern haben einige einen Migrationshintergrund, weil die Eltern berufsbedingt oder durch Flucht nach Deutschland gekommen sind. 16 Herkunftsländer kann der Schulleiter aufzählen, das sind Afghanistan, Albanien, Griechenland, Irak, Kasachstan, Kroatien, Lettland, Litauen, Pakistan, Polen, Rumänien, Russland, Serbien, Slowakei, Syrien und Türkei. Diese Schüler sind ihrem Alter entsprechend der jeweiligen Jahrgangsstufe im Unterricht zugeordnet und erhalten jede Woche zusätzlich Deutsch-Förderunterricht und lernen auf diese Weise, so die Erfahrung der Lehrkräfte, am schnellsten die deutsche Sprache. An der Mittelschule können die Schüler, neben den Regelklassen bis zur neunten Jahrgangsstufe in den M-Klassen den Mittleren Bildungsabschluss erreichen.

 

Nach den aktuellen Lehrplänen wird ein kompetenzorientierter, zielgerichteter und lebensnaher Unterricht unter dem Stichwort "fördern und fordern" angeboten. Großer Wert wird auf die Berufsorientierung gelegt. Der Werteaufbau zur Orientierung im Leben, die Gesundheits- und die Medienerziehung, die Gewalt- und Drogenprävention haben ebenfalls ihren Platz im Unterrichtsalltag. Eine Sozialpädagogin unterstützt im Rahmen der Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) die Schüler, Lehrer und Eltern bei ihren Aufgaben.

 

In jeder Jahrgangsstufe können die Schüler in der offenen und in der gebundenen Ganztagesklasse auch am Nachmittag betreut werden und es wird Mittagessen angeboten. Hier ist der Caritasverband für den Landkreis der Kooperationspartner. Mit dem Ausbau des Dachgeschosses am Schulgebäude über dem Fachtrakt in Pressig konnten zwei zusätzliche Räume geschaffen werden. Der Schulhausneubau in Rothenkirchen ist in der konkreten Planungsphase weit fortgeschritten.

 

Zum Schluss stellt der Rektor fest, es herrsche eine gute Zusammenarbeit und ein gutes Klima aller an der Schulfamilie Beteiligten, Schüler, Lehrer, Eltern, Gemeinde, Schulverband, Institutionen, Firmen, Förderverein, Elternbeirat, um so ein gelingendes Miteinander zu ermöglichen und das "Schulschiff Grund- und Mittelschule Pressig" gut durch diese stürmischen Zeiten zu führen. eh