Kooperation Kindergarten - Grundschule

 

Kinder sind hoch motiviert, wenn sie in die Schule kommen und meistern den Eintritt in diesen neuen Lebensabschnitt in der Regel gut. Insbesondere wenn sie auf vielfältige Erfahrungen und Kompetenzen aus ihrer Zeit in der Tageseinrichtung zurückgreifen können. Aufgabe der Tageseinrichtungen ist es daher, die Kinder langfristig und durch angemessene, zielgerichtete Bildung und Erziehung auf den Übergang vorzubereiten. Aufgabe der Schule ist es, Lehrplan und Unterrichts-angebote so differenziert auszugestalten, dass jedem Kind die bestmögliche Förderung nach seinem Entwicklungsstand zuteil werden kann. Um diesen Transitionsprozess erfolgreich zu gestalten, bedarf es des regelmäßigen Dialogs und der Abstimmung zwischen Tageseinrichtungen und Schulen.

 

 

Vorkurs "Deutsch 240"

 

Im Schuljahr 2020/21 bietet unsere Schule zwei Vorkurse im KIGA Pressig an. 

 

In Bezug auf sprachliche Integration und Verbesserung der Teilhabechancen ist das im Schuljahr 2001/02 erstmals eingeführte und im Schuljahr 2008/09 auf einen Umfang von 240 Stunden erweiterte Vorkurskonzept "Deutsch 240" in wesentlicher Beitrag zum Gelingen von Transitionsprozessen, insbesondere für Kinder mit Migrationshintergrund. In Vorkursen werden Kinder in Kooperation von Kindergarten (und Kindertageseinrichtungen für Kinder, die Kinder im Vorschulalter aufnehmen) und Grundschule in den letzten eineinhalb Jahren vor Schulbeginn beim Erwerb der deutschen Sprache unterstützt.

Der Vorkurs Deutsch besteht stets aus einer sehr gemischten, heterogenen Sprachlerngruppe, in der Kinder unterschiedlichster Nationalität miteinander und voneinander lernen.

 

 

Warum vorschulische Sprachförderung?

Mit dem Ziel einer möglichst frühzeitigen, nachhaltigen und intensiven Sprachförderung zur Erhöhung der schulischen Erfolgschancen bei Schülern mit Migrationshintergrund wurden seitens der Staatsregierung Vorkurse eingerichtet.
Pädagogisches Personal in Kindertagesstätten und Lehrkräfte der Grundschulen bieten gemeinsam eine gezielte Sprachförderung für die Kinder, für die die Besorgnis besteht, dass sie dem Schulunterricht ohne weitere Förderung nicht folgen könnten. Diese Kooperation kann den Kindern den Übergang vom Kindergarten in die Grundschule sehr erleichtern.

 

 

Inhaltliche Umsetzung

Die Schaffung von möglichst vielfältigen Sprechanlässen ist Voraussetzung für ein gutes Gelingen des Vorkurses. Deshalb erstellen die Lehrkräfte einen Jahresplan, der wesentliche Themen aufgreift, die für Vorschulkinder interessant und relevant sind: z.B.

  • Tiere
  • Blumen und Bäume
  • Jahresfeste


Wichtig ist dabei die richtige Einübung von Einzahl (Singular) und Mehrzahl (Plural) sowie der richtige Begleiter (Artikel) bei Namenwörtern (Nomen). Passende Tunwörter (Verben) und Wiewörter (Adjektive) werden dazu gelernt.

Weiterhin wird auf Wortschatzerweiterung Wert gelegt, die sich an den Themen und Inhalten der ersten Klasse orientiert (v. a. aus dem Fachbereich „Heimat- und Sachunterricht“): z. B.

  • Gegenstände des Schulranzens und des Federmäppchens
  • Körperteile und Sinnesorgane
  • Kleidung
  • Zeit: Jahr, Monat, Tag, Stunde

Daneben bleibt viel Platz für „literacy“, was soviel bedeutet wie Aufbau einer Lesefreude. Es wird vorgelesen und nacherzählt oder zu Bildern in Büchern eigene Geschichten verfasst.